400jähriges Altarjubiläum in Lockwitz

„Wenzel Lindener Bilthauer zu Dresten 1622“ – so lautet die 2010 wiederentdeckte Inschrift auf der Rückseite des Sandsteinaltares in der Schlosskirche zu Lockwitz. Vor genau 400 Jahren also schuf der Bildhauer Wenzel Lindener diesen wunderbaren Altar für die alte Lockwitzer Kirche.

Mit der Umgestaltung der Schlosskirche erfuhr auch der Altar im Laufe der Jahrhunderte Veränderungen. Mehrfach wurde er übermalt. Im Jahr 1823 erfolgte eine Erweiterung um die seitlichen Reliefs. Die einst prächtige Gestaltung mit Gold und farbigen Akzenten verschwand immer mehr unter grauen Farbschichten. Der Sandstein erlitt Schäden durch Feuchtigkeit und mechanische Beschädigungen.

Im Jahr 2008 konnte mit der Restaurierung des Altars begonnen werden. Er sollte gereinigt, die Bemalung gesichert und aufgrund der originalen Befunde rekonstruiert werden. Am Anfang war kaum zu erahnen, was sich unter den vielen Schmutz- und Farbschichten verbarg. An einigen Stellen blätterten sie ab und zeigten ein wenig von dem verborgenen Schatz. Auf diesem Untergrund jedoch konnte die hochwertige Gestaltung der Renaissance nicht wieder entstehen. Der gesamte Altar musste freigelegt werden. Zum Vorschein kam eine filigrane Steinmetzarbeit aus dem 17. Jahrhundert mit reichhaltiger Vergoldung. Auf dieser Grundlage konnte die originale Farbfassung rekonstruiert werden.

Im Herbst 2010 wurde die Restaurierung abgeschlossen und seit Ostern 2011 bekrönt über den Figuren „Glaube“ und „Hoffnung“ auch die „Liebe“ wieder den Altar.

Franziska Wosnitza

Anlässlich des 400-jährigen Altarjubiläums wird die Restauratorin Franziska Wosnitza nach dem Erntedankgottesdienst am 25.09.22 gegen 11 Uhr in der Schlosskirche Lockwitz von ihrer Arbeit am Altar berichten, uns Details erklären und für Fragen zur Verfügung stehen.

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